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MyRye -
Ökonomie

Hybridroggen: oft ökonomischer als Weizen  
MyRye klärt über Themen rund um den Roggen auf, dessen Potenzial oft unterschätzt wird: Von Vermarktung & Verwertung über Ökonomie bis Pflanzenbau. Bei immer häufiger ausbleibenden Niederschlägen im Frühsommer/Frühjahr und einer immer geringeren erlaubten Stickstoffdüngung kann Hybridroggen im Vergleich zu Winterweizen punkten und hatte 2018 in vielen Regionen die Nase vorn. Auch auf dem Betrieb von Lars Meinecke aus Barwedel im Landkreis Gifhorn ist er nicht aus der Fruchtfolge wegzudenken.

Lars Meinecke (r) mit Produktmanager Daniel Husmann

Lars Meinecke bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater die Meinecke GbR mit 300 ha, von denen 179 ha ackerbaulich genutzt werden. Die restliche Fläche entfällt auf Grünland, auf dem 50 Mutterkühe mit Nachzucht gehalten werden. Im Anbau befinden sich neben Zuckerrüben (32 ha), Silomais (23 ha), Sommerbraugerste (9 ha), Wintergerste (17 ha), Winterweizen (56 ha), Winterroggen (37 ha) und Blühstreifen (5 ha). Der Boden ist mit durchschnittlich 25–30 BP leicht und der langjährige durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 600 mm. Hybridroggen steht in der Fruchtfolge mit Silomais, Gerste, Zuckerrüben und Winterweizen, auf einigen Flächen alternierend mit Silomais. Die Bestellung erfolgt normalerweise Anfang bis Mitte Oktober in Mulchsaat, bei Getreidevorfrucht auch nach wendender Bodenbearbeitung mit einer Drillkombination. Im trockenen Herbst 2018 wurde zum Teil sogar erst Anfang November bestellt.
Einiges spricht im Kulturartenvergleich für Hybridroggen
Für Hybridroggen spricht aus Sicht von Lars Meinecke vieles: „Zum einen sind es die agronomischen Eigenschaften wie die gute Standfestigkeit und die stabil hohen Erträge auch auf sehr schwachen Standorten. Ich achte bei der Sortenwahl auf diese Eigenschaften und habe z. B. mit SU BENDIX gute Erfahrungen gemacht. Darüber hinaus sind Wassereffizienz und die derzeitig hohen Marktpreise des Roggens im Vergleich zum Winterweizen Argumente für den Anbau. Zudem spielt für unseren Betrieb das Stroh eine große Rolle. Teile des Strohs werden verkauft oder im eigenen Betrieb verwertet. Einen hohen Stellenwert hat das Stroh für uns in der Fruchtfolge, um den Humusgehalt der leichten Böden beibehalten zu können. Damit verbunden ist die Wasseraufnahmefähigkeit unserer Böden.“
Ohne Beregnung ging es 2018 auch im Roggen nicht
Aber hat sich der Beregnungsaufwand auch wirtschaftlich gelohnt? Und gibt es dabei Unterschiede zwischen Hybridroggen und Winterweizen? Meinecke rechnet vor: „Der Aufwand die Erträge zu sichern, war enorm. Wir mussten den Hybridroggen im Schnitt zwei Mal beregnen, den Winterweizen sogar vier bis fünf Mal mit je 25 mm/m²!. Die Kosten für eine Beregnungsgabe liegen bei 60–70 €/ha. Damit müsste Winterweizen im Durchschnitt 1 t/ha mehr ernten, um ökonomischer als Hybridroggen zu sein. Besonders bei der derzeitigen Marktlage war der Anbau von Hybridroggen also für mich sehr profitabel, zumal die variablen Kosten für Beregnung, Dünger und Pflanzenschutz deutlich unter dem des Winterweizens liegen.“ Meinecke geht davon aus, dass wenn die Abwasserverregnung wie in anderen Regionen eingestellt würde, ein Winterweizenanbau hier nicht mehr möglich wäre. Die Weizenfläche ginge dann zugunsten des Hybridroggenanbaus zurück.
Auch bei der Ausnutzung des Stickstoffdüngung kann Hybridroggen punkten

Auch die immer schärferen Regelungen im Düngerecht könnten dafür sorgen, dass die Anbaufläche des Hybridroggens im Betrieb zukünftig wächst. „Hybridroggen wird bei uns mit 130 kg N/ha inkl. Nmin gefahren. Das macht in der Bilanz einen Überschuss von 20 kg Stickstoff pro Hektar für das Fruchtglied bei 11 % Rohprotein. Der Winterweizen liegt doppelt so hoch mit 13 % Rohprotein. Für uns ist die Einhaltung des Kontrollwerts von 50 kg N/ha also kein Problem. Wenn die Frühjahrstrockenheiten zunehmen, könnte es jedoch schwieriger werden, den Dünger in die Pflanzen zu bekommen und in Ertrag umzusetzen. Auch hier sehe ich den Hybridroggen gegenüber dem Winterweizen klar im Vorteil. Die komplette Stickstoffgabe kann Mitte bis Ende Februar erfolgen, sodass der Dünger gelöst ist, bevor die Trockenheit einsetzt.

Die Ährengabe in Winterweizen ist schon jetzt herausfordernd. In Zukunft gehe ich davon aus, dass wir Düngerspätgaben auf unseren Flächen nicht mehr in Ertrag umsetzen können,“ prophezeit Meinecke. Dies würde den Winterweizen für diese Flächen noch uninteressanter machen.

Daniel Husmann
Das Effizienz Saatgut.

Insbesondere auf Stressstandorten und unter für konventionelle Sorten suboptimalen Anbaubedingungen hat sich das Hybridgetreide als effiziente, ertragreiche und vor allem auch ertragsstabile Fruchtart bewiesen. Je schwieriger die Anbaubedingungen, desto größer ist der Ertragsvorsprung.

Dieses gilt vor allem bei ungünstigen Wetter- und Bodenbedingungen, ungünstigen Vorfrüchten, knapper Nährstoffversorgung und erhöhtem Krankheitsdruck. Dieser Vorteil der Hybriden beruht vornehmlich auf dem besonderen Heterosiseffekt, der zu einem ausgeprägteren Wurzelwerk, stärkerer Bestockungsneigung und Blattentwicklung, sowie einem besseren Kompensationsvermögen nach Stresseinwirkung führt. Im Saatgutvertriebsunternehmen Saaten-Union sind Züchterhäuser formiert, die sich seit Jahrzehnten in die Züchtung von Hybridweizen und Hybridroggen und seit einigen Jahren auch Hybridgerste engagieren. Dieses Engagement ist jetzt im internationalen HySEED-Programm intensiviert und gebündelt worden. Die Zuchtziele sind dabei klar definiert durch das, was der Markt in Zukunft fordern wird: Mehr Leistung und Leistungsstabilität, mehr Effizienz. Die Vorteile, die Hybridroggen und -weizen gegenüber Liniengetreide haben, werden wir Ihnen auf diesen Seiten demonstrieren. Aber auch, auf welcher züchterischen Leistung der Mehrwert der Hybriden beruht. Wir sind davon überzeugt: Hybridgetreide ist prädestiniert, Anbaurisiken zu vermindern, die aufgrund des Klimawandels und sich ständig verschärfender politischer Rahmenbedingungen stetig zunehmen.